Kitty wants a corner (deutsch etwa „Kitty will ein Eckchen") ist ein klassisches Aufwärm- und Wahrnehmungsspiel von Viola Spolin. Es trainiert Blickkontakt, Aufmerksamkeit für die ganze Gruppe und schnelles, nonverbales Verständigen.
Aufbau
Mindestens acht Spieler stehen in einem großen Kreis, einer steht als „Kitty" in der Mitte. Wichtig ist, dass der Kreis groß genug ist, damit ein Platzwechsel zwischen zwei Spielern für Kitty erkennbar dauert.
Ablauf
- Kitty geht zu einem beliebigen Spieler im Kreis, schaut ihn an und sagt: „Kitty wants a corner!"
- Der angesprochene Spieler dreht den Kopf zum linken oder rechten Nachbarn und antwortet: „Go and see my neighbor."
- Währenddessen versuchen zwei beliebige Spieler im Kreis, durch Blickkontakt zu verabreden, dass sie ihre Plätze tauschen. Sie tun das so schnell wie möglich.
- Kitty muss diesen Wechsel bemerken und versuchen, vor einem der beiden Tauschenden in eine der kurz freigewordenen Lücken zu stoßen.
- Gelingt das, wird der zu spät gekommene Spieler die neue Kitty. Gelingt es nicht, sagt Kitty den nächsten „Kitty wants a corner!"-Satz und das Spiel geht weiter.
Tipps und Hinweise
- Blickkontakt ist alles. Der Tausch wird nur über Blicke verabredet, nicht durch Reden oder offensichtliche Gesten.
- Kitty muss die Rundumwahrnehmung aktiv halten. Während sie mit einem Spieler spricht, muss sie gleichzeitig den Rest des Kreises peripher beobachten.
- Spieler, die noch nicht getauscht haben, sollen aktiv mitspielen. Es bringt nichts, sich „rauszuhalten" und nie Blickkontakt anzubieten - das Spiel lebt von vielen Tauschversuchen.
- Wenn Kitty mehrfach scheitert, kann der Spielleiter ihr helfen, indem er die Tauschenden lauter werden lässt (Schritte deutlich, kleines Geräusch).
Varianten
- Mehr als eine Kitty: Bei sehr großen Gruppen (15+) zwei oder drei Kitties gleichzeitig in der Mitte.
- Stilles Kitty: Statt der Sätze nur Pantomime - Kitty zeigt mit beiden Händen ein „Eckchen" und der angesprochene Spieler zeigt ohne Worte zum Nachbarn.
- Kitty mit Bedingung: Tausch ist nur erlaubt zwischen Personen, die ein gemeinsames Merkmal haben (gleiche Schuhfarbe, gleiches Geschlecht, gleicher Anfangsbuchstabe usw.).
Quelle
Ein Spiel von Viola Spolin, beschrieben in Improvisation for the Theater (1963).
Siehe auch